Stress, falsche ernährung,…  da wird der körper sauer

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Die ständige Veränderung der westlichen Lebensweise führt bei vielen Menschen zu einer Verschiebung des Säure-Basenhaushalts. Die Folgen sind oftmals komplex und nicht immer erkennbar.

 

Ursachen einer Verschiebung im Säure-Basen-Haushalt – Übersäuerung

Vermeidbare Ursachen für die Übersäuerung sind großteils in der westlichen Ernährung, im Bewegungsverhalten und im Stressverhalten zu finden. Über Jahrmillionen haben sich die Menschen stets viel bewegt und sich vorwiegend pflanzlich, basisch viel mit Rohkost und vitalstoffreich ernährt. Im Vergleich zu heute, wo tierische Produkte, Zucker, Süßigkeiten, Fertigprodukte, Zusatzstoffe bis hin zu Schmerzmittel, Medikamente und Schadstoffe überwiegen. Diese belasten unseren Körper und unterstützen eine Übersäuerung. Trotz teilweise täglicher, intensiver körperlicher Arbeit haben die heutigen Großeltern meist lediglich einen Sonntagsbraten genossen. Was viele Menschen heute täglich mengenmäßig und oftmals in fragwürdiger Qualität konsumieren führt im Körper zu Mengen an Säuren, die nicht mehr über die Nieren ausgeschieden werden können. Insbesondere Harnsäure fördert Osteoporose. Hier gilt es besonders bei der Eiweißaufnahme auf die beste Qualität und bewussten Genuss zu achten.

Äußerst problematisch ist der heutige Konsum an Zucker und süßen Lebensmitteln sowie an einfachen Kohlenhydraten in Form von Weißmehlprodukten wie Weißbrot, Weißmehl, Toast, Kekse oder Kuchen. Diese werden in unserem Körper ganz schnell zu Zucker verstoffwechselt. Innerhalb weniger Jahrzehnte hat sich der durchschnittliche jährliche Zuckerkonsum von zirka 3 Kilogramm auf heute deutlich mehr als 30 Kilogramm pro Kopf gesteigert. Das Fatale dabei ist, dass viele dies nicht einmal merken, denn der Zucker oft in den industriell verarbeiteten Nahrungsmitteln versteckt und enthalten ist – angefangen mit dem überzuckerten Müsli, Brotaufstrich, Fruchtjoghurt oder sogar Wurstwaren sowie Fertigsausen und Dressings für den Salat. Der Zucker ist eine enorme Belastung für den Säuren-Basen-Haushalt, denn bei der Verstoffwechselung von Zucker entstehen zahlreiche Säuren und zur Verstoffwechselung von Zucker werden Vitamine, Mineralstoffe und andere Vitalstoffe verbraucht.

Der Mensch besitzt einen Bewegungsapparat und keinen wie er immer öfters verwendet wird – Sitzapparat. Der Bewegungsmangel, welcher mit einem unzureichender Zeit vor allem in den kälteren Monaten in der Natur verbunden ist, begünstigt ein Säuremilieu.

Aus der Stoffwechselperspektive

Im Energiestoffwechsel entsteht bei Sauerstoffmangelzuständen, wie etwa durch extremen Sport oder lange Aufenthalte in sauerstoffarmen Räumen, beim Abbau von Kohlenhydraten Milchsäure. Überdies können Fehlverdauungen im Darm, vor allem von Kohlenhydraten aber auch von Eiweißen Säuren entstehen. Zusätzlich fördern grundsätzliche Stoffwechselstörungen wie etwa Diabetes mellitus oder Gicht eine Übersäuerung ähnlich wie bei chronisch-entzündlichen Vorgängen im Körper, wie rheumatische Erkrankungen oder chronische Allergien. Da der Körper über die Lunge Säuren vor allem die Kohlensäure abbaut, führen chronische Lungenerkrankungen vermehrt zu einer Übersäuerung, da diese Säuren schlechter eliminiert werden können. 

Die Bedeutung des Säure Basenhaushalts

Der Säure-Basen-Haust im menschlichen Körper nimmt einen entscheidenden Einfluss auf die optimale Funktion verschiedenster Körperprozesse. Diese beinhalten die Verfügbarkeit von Sauerstoff in der Zelle, die Energiegewinnung in der Zelle, die Kommunikation zwischen den Körperzellen über Hormone und Transmitter, die Mineralienverteilung zwischen den Zellen, dem Bindegewebe und dem Blut, die Struktur und Durchlässigkeit vom Bindegewebe sowie die Struktur und Funktion von Eiweißen wie etwa Enzyme.

In der Realität vieler Menschen haben Figurprobleme, Hautprobleme, Haarverlust, frühzeitige Alterungserscheinungen und Zivilisationskrankheiten wesentlich mit dem Säure-Basen-Haushalt zu tun. Das Blut kann nur fließen und zirkulieren, wenn es sich im leicht basischen Bereich von 7,35 bis 7,45 befindet. Daher kann der pH-Wert im Blut nicht darunter liegen. Folge dessen ist der gesamte Säuren-Basen-Haushalt darauf ausgerichtet, dass das Blut konstant basisch bleibt, indem der menschliche Organismus immer bestrebt ist Säuren und Schadstoffe abzubauen sowie diese aus dem Körper auszuscheiden. Dies führt dazu, dass bei immer mehr Menschen Leber, Nieren, Darm und Lunge damit überfordert sind.

 

Die Haut als größtes Ausscheidungsorgan

Daher kommt bei immer mehr Menschen ein weiteres sehr effektives Ausscheidungsorgan zum Einsatz – die Haut. Je nach individueller Veranlagung kommt es bei einem Übermaß an Säuren verstärkt an Hautunreinheiten, Pickel, Akne oder auch zu Schuppen und Schuppenflechte sowie Hornhautbildung. Vermehrtes Schwitzen und unangenehme Körpergerüche prägen immer mehr Menschen. Die Ausscheidung kann so sauer werden, dass sie die Hautstrukturen regelrecht verletzen. Folgeerscheinungen können Neurodermitis und offenen Hautstellen sein. Überdies fördert eine Übersäuerung das Wachsen von Fußpilzen und Warzen. Bei einer Übersäuerung kommt es zu häufigeren Infekten und Erkältungen, weil Säuren die Immunabwehr schwächen. Sodbrennen ist ebenfalls als ein Symptom der Übersäuerung zu verstehen.

Der Körper versucht über verschiedene Mechanismen zu entsäuern. Das ist zwar unangenehm, aber wichtig für den Säure-Basen-Haushalt und für den Blutfluss. Schafft es der Körper nicht die Säuren auszuscheiden, dann kann er eine bestimmte Menge in den Kollagenfasern in der Haut und vor allem im Bindegewebe speichern. Zusätzlich versucht der Organismus bei manchen Menschen die Säuren mit Wasser zu verdünnen. Dies ist ein Grund dafür, dass immer mehr Menschen an Wassereinlagerungen und Ödemen leiden.

Nicht gepufferte Säuren begünstigen Entzündungsprozesse wie zum Beispiel Blasenentzündungen, Mandelentzündungen oder Magen-Schleimhautentzündungen. Auch die Muskulatur, Sehnen und Bänder können sich entzünden. Generell greifen Säuren das Gewebe und die Nerven an und verursachen Entzündungen und auch Schmerzen. Um nicht verätzt zu werden und zum Schutz seiner Säuren-Basen-Balance muss der Körper die überschüssigen Säuren neutralisieren. Da die heutige Ernährung sehr säurehaltig und vitalstoffarm ist, holt er sich die erforderlichen basischen Mineralien aus den körpereigenen Speichern. Die Zähne, der Haarboden, die Haut, das Bindegewebe, die Bandscheiben, Sehnen, Bänder, Gelenke und Knochen werden entmineralisiert und somit geschwächt. Bindegewebeschwäche und häufiger Muskelkater machen den Anfang. Die Bandscheiben werden immer dünner und porös. Der Verschleiß in den Gelenken nimmt zu und daher reißen wesentlich leichter Sehnen und Bänder. Die Entmineralisierung der Knochen führt immer früher zu Osteoporose und Ermüdungsbrüchen auch schon bei jungen Menschen.

Eine Übersäuerung verursacht ein weiteres Problem im menschlichen Körper – den Ablagerungen. Grund dafür sind die bei der Neutralisierung der Säuren entstandenen Neutralsalze. Diese können nur begrenzt ausgeschieden werden und lagern sich somit als sogenannte Schlacken ab. Bevorzugt im Fett – also in den Speichergeweben des Körpers. Deswegen werden die Problemzonen – Fettdepots – immer hartnäckiger und gegen Diäten resistenter. Weitere Verschlackungen im Gewebe führen zum Beispiel zu rheumatischen Erkrankungen wie Fibromyalgie und Gicht. Auch bei Arteriosklerose spielen die Entmineralisierungen und Ablagerungen eine wesentliche Rolle. Nieren-, Blasen- und Gallensteine sind als Verschlackungen zu verstehen.

Säuremilieu

Zusammengefasst bildet ein übersäuerter menschlicher Organismus das Milieu – Umfeld – für Figurprobleme, Hautprobleme, Haarverlust, frühzeitige Alterungserscheinungen und Zivilisationskrankheiten. In der Medizin spricht man davon, dass die meisten Krankheiten sich in einem basischen Milieu nicht entfalten hätten können. Ein Apfelbaumsamen kann niemals auf einem Steinboden zu einem Apfelbaum werden. Hier ist einfach das Umfeld bzw. das Milieu nicht dafür geeignet. In der Erde kann er wachsen und sich zu einem Apfelbaum entwickeln – er muss nicht, denn es hängt von anderen Faktoren ab – Wasser, Bodenqualität und vieles mehr. So ist es ähnlich mit dem Säure-Basen-Haushalt und Beschwerden in unserem Körper. Sie haben den Raum zur Entfaltung, müssen dies aber nicht automatisch tun.

Basische Unterstützung

Eine bewährte Form um den Säure-Basen-Haushalt wieder in das Gleichgewicht zu bringen sind Basenbäder. Hier gilt es zu beachten, dass die Bäder richtig temperiert sind und die Salze so natürlich wie möglich sind und nicht mit chemischen Aroma- und anderen Zusatzstoffen versetzt sind. Eine basische, vitalstoffreiche und pflanzlich orientierte Ernährung wirkt ebenfalls sehr gut bei der Entsäuerung der Zelle. Auf dies gilt es auch bei Basenpulver zu achten. Denn viele Basenpulver zeichnen sich mit einem hohen pH-Wert aus. Dier hat jedoch nur eine stark begrenzte Wirkung auf den Säure-Basen-Haushalt, weil die hoch basische Flüssigkeit in den Magen gelangt und dieser innen viel Säure produziert um seinen Säurelevel beizubehalten. Gleichzeitig produziert er an seiner Außenwand basische Substanzen die in das Herzkreislaufsystem gelangen und Speichel – als auch Urintests als basisch erscheinen lassen. Für den menschlichen Körper jedoch ist keine großartige Wirkung gegeben, denn die Zelle wird hier nicht entsäuert. Bei einer Übersäuerung muss jedoch die Zelle intrazellulär (also in der Zelle) entsäuert werden. Dies geht nur mit den entsprechenden Mineralien, die diese Vorgänge aktivieren – Kalium, Magnesium, Calcium, Natrium und Zink sind für die Zellentsäuerung essentiell. Diese dürfen nur ausschließlich miteinander zugeführt werden – idealerweise in einem Präparat, da sie antagonistisch zu einander stehen und somit leichter in die Zelle gelangen.

Unterstützend auf die Leber und Galle wirken hochqualitative Bitterstoffe – am besten ohne Alkohol oder Zucker –, Kräuter wie die Mariendistel, Wermutkraut oder Artischocke oder Löwenzahn sowie alle acht essentiellen Aminosäuren mit einem hohen Proteinnutzen, als wichtiges Basisbaustein des Organs.

Mag. Martin F. Traunmüller